KONZEPT

Eine berufliche Selbst- und Gruppenreflexion ist heutzutage ein wichtiger Bestandteil professioneller Arbeit in der universitären Lehre. Im wissenschaftlichen Alltag fehlt es allerdings neben der notwendigen Zeit oft auch an einem angemessenen Rahmen, um lehrbezogene Probleme und Herausforderungenin in einer vertrauensvollen Atmosphäre zu reflektieren. Mit der Kollegialen Beratung bietet ExAcT den Hochschullehrenden der RWTH Aachen University die Möglichkeit im kollegialen Austausch Strategien für den Umgang mit (wiederkehrenden) hochschuldidaktischen Problem- oder Fragestellungen zu erarbeiten.

Die Kollegiale Beratung vermittelt neue Handlungsperspektiven und Initiative in schwierigen Lehrsituationen. Sie fördert die Kollegialität, schafft Solidarität durch gemeinsame Herausforderungen und bringt somit Entlastung für alle Beteiligten. Darüber hinaus wird der fachliche Diskurs gefördert. Auch die Reflexionskompetenz und die kommunikativen Fähigkeiten werden ausgebaut.

Die Rollenverteilung und Vorgehensweise der Kollegialen Beratung sind zeitlich und formal strikt gegliedert, was einen fortwährenden und stringenten Verlauf des Reflexionsprozesses sicherstellt. Die Teilnehmenden der Kollegialen Beratung müssen nicht unbedingt aus demselben Fachbereich kommen. 'Kollegial' meint vielmehr, dass zwischen den Mitgliedern keine hierarchischen Unterschiede bestehen. Die Kollegiale Beratung ist themenoffen und eignet sich vor allem für Gruppen von vier bis acht KollegInnen.

ZIELGRUPPE

Die Kollegiale Beratung ist ein Angebot für alle Lehrenden der RWTH Aachen University, die ihre Lehre mithilfe Ihrer Kollegen/innen verbessern wollen.

ZUGEHÖRIGKEIT EXAcT QUALIFICATION ZERTIFIKAT

Die Kollegiale Beratung ist obligatorischer Bestandteil des Zertifikats "Excellence in Academic Teaching" in den Modulen des ExAcT Qualification-Programms.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Zertifikat "Excellence in Academic Teaching".

ABLAUF

Festlegung von Leitung und Fall:

Zu Beginn der Kollegialen Beratung wird vereinbart, wer die Gruppe leitet (ModeratorIn) und wessen Fall bearbeitet werden soll (FallgeberIn)

Vortragen der Problemsituation:

Der/die FallgeberIn stellt das Problem dar, berichtet, skizziert oder präsentiert mithilfe von Mediennutzung. Die BeraterInnen hören zu und machen sich Notizen. An dieser Stelle werden noch keine Nachfragen gestellt.

Nachfragen:

Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit Informations- und Verständnisfragen an den/die FallgeberIn zu stellen. Dies ermöglicht eine ausführlichere Präsentation des Falls.

Sammeln von Einfällen:

Das Beratungsteam bespricht die Hypothesen zum Fall und äußert Vermutungen, bringt aber noch keine Lösungsvorschläge ein. Der/die FallgeberIn nimmt an der Besprechung teil, beteiligt sich jedoch nicht an dem Gespräch sondern hört zu und macht sich Notizen.

Rückmeldung des/r Fallgebers/in:

Der/die FallgeberIn gibt der Gruppe Rückmeldung zu den vorgebrachten Ideen und Einfällen.

Sammeln von Lösungsvorschlägen:

Das Beratungsteam trägt aus der eigenen Erfahrung Lösungsmöglichkeiten zusammen. Der/die FallgeberIn hält sich während dieser Phase zurück.

Rückmeldung des/r Fallgebers/in:

Der/die FallgeberIn ordnet für sich das Gehörte und teilt der Gruppe mit, welche der vorgebrachten Ideen und Lösungsvorschläge für sein/ihr Problem anwendbar sind.

Allgemeiner Austausch:

Es findet ein gemeinsamer Austausch über Besprechungsthemen, die unklar geblieben sind statt. Vertiefende Lösungsvorschläge entstehen durch den Austausch und die Planung erster Schritte für die Veränderung der Problemsituation beginnt.

Abschlussrunde – Sharing:

Jedes Mitglied des Beratungsteams nennt eine Situation, in der es ähnliche Erfahrungen gemacht hat.

Feedback:

Das Konzept, der/die ModeratorIn und der Beratungsprozess werden reflektiert und es erfolgt ein Feedback.

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