ExAcT Lunch Lehre: Physik-Experimente mit dem Smartphone – real eingesetzt, einfach umgesetzt

Heutzutage besitzen 95% der über 12-Jährigen ein Smartphone. Diese Zahlen kann man nicht nur, sondern sollte man sich auch in der Lehre zu Nutzen machen. Das haben gestern Professor Dr. Christoph Stampfer und Dr. Sebastian Kuhlen vom Lehrstuhl für Experimentalphysik und dem II. Physikalischen Institut gezeigt. Vorgestellt wurde die durch den Exploratory Teaching Space geförderte und von den beiden und weiteren Mitarbeitern des Instituts entwickelte App „Phyphox“. Mit Phyphox ist es möglich, so Professor Stampfer, Physik-Experimente mit nach Hause zunehmen, selbstständig durchzuführen und weiterentwickeln zu können. Das haben die beiden in ihrem beeindruckenden Vortrag durch live Demos und Echtzeitmessungen unter Beweis gestellt. Die im Handy eingebauten Sensoren, wie das Mikrofon, das als akustische Stoppuhr eingesetzt werden kann, macht es für die Studierenden möglich die unterschiedlichsten Experimente zuhause durchzuführen. Das Smartphone ist also nicht nur ein Kommunikationshilfmittel, sondern bietet eine gute Möglichkeit für Studierende, aber auch für Schüler, selbstständig Experimente durchzuführen und aber vor allem Experimentier-Erfahrung zu sammeln. Alles was dafür benötigt wird sind eigene Ideen für die Umsetzung. So war das Publikum doch leicht erstaunt, als Professor Stampfer und Herr Kuhlen in einem live Experiment das Smartphone in eine Salatschleuder legten, um die Zentrifugalbeschleunigung zu messen. Dadurch wurde deutlich, dass für die Visualisierung solcher einfachen Experimente Werkzeuge eingesetzt werden können, die jedermann zuhause hat. Um den Ideenreichtum der Studierenden bei der Umsetzung solcher Experimente weiter zu verdeutlichen, zeigten die Referenten von Studierenden eingereichte Videos, in denen Smartphones in drehende Fahrradreifen, Spielplatzkarussels oder auf dem Plattenspieler zusehen waren. Das Besondere dabei ist die Umsetzung der App, denn sämtliche Messdaten werden direkt in der App ausgewertet und können in Echtzeit am PC, Tablet oder einem anderen Smartphone präsentiert und mitverfolgt werden.

Phyphox ist also nicht nur eine Spielerei für zuhause, sondern bietet eine gute Lehrerfahrung, besonders dadurch, dass Studierende ihre eigenen Ideen des Gelernten real umsetzen können und Physik somit greifbar gemacht werden kann. „Phyphox“ ist mittlerweile die erfolgreichste App der RWTH mit Downloadzahlen von über 75.000. Dabei stehen die Entwickler gerade erst am Anfang, denn viele der in Smartphones eingebauten Sensoren wie etwa die Kamera wurden noch gar nicht adressiert. Es steckt also noch viel Potenzial in Phyphox.

Die App ist kostenlos und für Android und iOS verfügbar.

Im Anschluss an die Präsentation wurden in gewohnter Atmosphäre Nachfragen beantwortet und den Teilnehmern des ExAcT Qualifizierungsprogramms Zertifikate durch den Prorektor für Lehre, Herrn Professor Dr. Aloys Krieg, feierlich überreicht und zum Austausch beim gemeinsamen Lunch geladen.

Der nächste Lunch Lehre findet am 14. Juni von 12.00 – 14.00 Uhr im SuperC (Ford Saal) statt. Weitere Informationen zum nächsten Referenden folgen in Kürze.

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