Mit der ‚Ingenieure ohne Grenzen Challenge‘ nachhaltiges Handeln lehren

DIE CHALLENGE 2013/14 "BACK TO SCHOOL!"

Im   Wintersemester   2013/14   wird   an   der   RWTH   Aachen   ein   neues   Lehrprojekt   für   die Ingenieurwissenschaften  starten:  Die  Ingenieure  ohne  Grenzen  Challenge  ist  ein  internationales Lehrformat  für  Hochschulen,  das  Studierenden  die  Möglichkeit  bietet,  sich  im  Rahmen  ihres Studiums mit real existierenden Problemstellungen der Entwicklungszusammenarbeit auseinander zu setzen.

Im  Februar  2013  war  ein  Mitarbeiterteam  der  Hilfsorganisation  Ingenieure  ohne  Grenzen  e.V  in Karagwe  (Tansania)  unterwegs,  um  dort  die  Problemstellungen  für  die  kommende  Challenge  zu identifizieren.  Dabei  kristallisierten  sich  Bedarfe  bei  der  Versorgung  einer  Sekundärschule  für Mädchen in Chonyonyo (Tansania) heraus, die die verschiedenen Arbeitsfelder der Challenge unter dem Titel ‚Back to school!‘ bilden: Die Schule soll sich durch den Anbau von Agrarprodukten, einer Biogasanlage   und   einem   autarken   Wassersystem   durch Regenwasserzisternen   sowie   einem Tiefbrunnen weitgehend selbst versorgen können.

Die  Teilnahme  an  der  Challenge  lehrt  Studierende  nicht  nur ihre Verantwortung  als  professionelle Ingenieurinnen und Ingenieure sowie ihren späteren Wirkungsraum zu reflektieren. Durch das aktive Mitwirken   im   Bereich   der   Entwicklungszusammenarbeit   kommen   sie   in   Berührung   mit   den Kernproblemen  des  21.  Jahrhunderts:  Globalisierung, Klimawandel,  mangelnde  Nachhaltigkeit  und soziale  Ungleichheit.   Außerdem  lernen   Studierende,  bestehende  Technologien  an  die  jeweils
vorherrschende Situation sowie die kulturellen und sozialen Strukturen anzupassen.

Während  der  Bearbeitungszeit  entwickeln  die  Studierenden  Ideen  und  Konzepte  zu  den  jeweiligen Arbeitsfeldern.  Sie  werden  dabei  von  Experten  der  Hilfsorganisation  Ingenieure  ohne  Grenzen  e.V. unterstützt.  Dies  beinhaltet  sowohl  konkrete  Informationen  zu  lokalen Gegebenheiten,  als  auch übergreifende      Hintergrundinformationen      zu      aktuellen      Aufgaben      der      internationalen Entwicklungszusammenarbeit. In Form eines Online-Forums erhalten die teilnehmenden Teams die Möglichkeit, über die Mitarbeiter von Ingenieure ohne Grenzen direkt Fragen an die Projektpartner vor Ort zu richten.

DER HINTERGRUND

Die Ingenieure ohne Grenzen Challenge hat ihren Ursprung in Australien. Dort haben seit 2007 über 18.000  Studierende  an  31  Universitäten  an  dem  Wettbewerb  teilgenommen.  Auch  in  Neuseeland und Großbritannien wurde das Programm von zahlreichen Universitäten in die Lehrpläne integriert.

Im  Wintersemester  2012/13  wurde  die  Ingenieure  ohne  Grenzen  Challenge  erstmals  in  einer Pilotstudie in Deutschland an der RWTH Aachen getestet. Ab dem Wintersemester 2013/14 wird das Format auf weitere Kurse an der RWTH Aachen, der Ruhr-Universität Bochum und der TU Dortmund ausgeweitet.    Die    Challenge    ist    kein    Zusatzangebot,    sondern    soll    in    bereits    bestehende Lehrveranstaltungen  im  Rahmen  der  Möglichkeit  der  Lehrenden  integriert  werden.  Das  gesamte Programm wird im Rahmen des BMBF geförderten Projektes ELLI (Exzellentes Lehren und Lernen in den  Ingenieurwissenschaften)  vom    IMA/ZLW     der  RWTH  Aachen  in  enger  Kooperation  mit Ingenieure ohne Grenzen e.V. koordiniert.

Für  die  Challenge  im  Wintersemester  werden  noch  Lehrende  gesucht,  die  die  Challenge-Inhalte  in ihre   Lehrveranstaltung   aufnehmen  möchten.   Ausführliche   Informationen   zum   Konzept   und Hintergrund  der  Ingenieure  ohne  Grenzen  Challenge,  Arbeitsmaterial  und  alles  weitere  erhalten Interessierte bei Katharina Schuster (Katharina.Schuster(at)ima-zlw-ifu.rwth-aachen.de).

POSTER ZUR INGENIEURE OHNE GRENZEN CHALLENGE

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