Peer Instruction

DEFINITION

Peer Instruction ist eine Lehrmethode, die im Jahr 1991 von Prof. Eric Mazur ursprünglich für den Bereich der Physik entwickelt wurde und bei der die aktive Auseinandersetzung mit dem Lernstoff gefördert und Verständnisschwierigkeiten durch Reflexion und Diskussion mit anderen Studierenden ausgeräumt werden sollen.

 

PROTOTYPISCHER ABLAUF

  • Studierende erhalten Lese-/Lernauftrag
  • Lehrveranstaltung beginnt mit Quiz zu Stoff des Leseauftrags in Form von Multiple Choice
  • Studierende entscheiden sich für eine Antwort
  • DozentIn überprüft Antworten
  • Studierende diskutieren ihre Gedankengänge und Antworten mit anderen Studierenden
  • Studierende entscheiden sich erneut für eine Antwort
  • DozentIn überprüft Antworten erneut und löst die Frage/n, wenn nötig, auf oder geht weiter zum nächsten Konzept

 

POTENZIALE VON PEER INSTRUCTION

  • Kritischer Diskurs mit divergierenden Positionen
  • Klärung und Präzision des eigenen Wissens
  • Anregung von Teamprozessen
  • Vorbereitung auf Berufsleben
  • Stimuli durch Divergenzerfahrung/kognitive Dissonanz
  • Einbindung/Rückkopplung von/an Expertise
  • Unmittelbare Rückmeldung für den Lehrenden
  • Anonymität der Abstimmungsergebnisse
  • Bessere Reflektion/Interpretation und Verknüpfung des neuen Wissens mit Altbekanntem
  • Vorlesungszeit kann zur Klärung von Fragen und Diskussion genutzt werden

 

RISIKEN VON PEER INSTRUCTION

  • Schaffung einer belastbaren, technischen Infrastruktur notwendig
  • Studenten sind in der Pflicht, Basistexte vor der Veranstaltung selber zu lesen
  • Initialer Aufwand: bestehendes Lehrkonzepte muss auf die Nutzung von PI angepasst werden
  • Fragenkatalog: aktuell fehlt es noch an einem einheitlichen didaktischen Vorgehen bei der Fragengenerierung und -systematisierung sowie der strukturierten Erstellung differenzierter Aufgabenschwierigkeiten,  die  in  Lernkontexten  mit  unterschiedlichen  Gruppen  von  immanenter Bedeutung sind
  • Bereitstellen von Klickern: Verteilen und Einsammeln der Klicker ist bei Kursen mit  über  100  Studierenden  aufwändig. Die Gefahr, dass Klicker vergessen bzw. mitgenommen werden oder verloren gehen, steigt mit zunehmender Kursgröße
  • Hohe Kosten bei Erstanschaffung
  • Installation und Konfiguration: Es ist eine Installation von umfangreicher Software auf dem Laptop des Dozenten  nötig.  Zudem  ist  die  Installation  der  Software  nicht  für  alle  Betriebssysteme und  die  Integration  der  Anwendung  in  Microsoft  PowerPoint  nicht  für  alle  Office-Versionen problemlos möglich. Die  Vorbereitung  der  sehr  detailliert  konfigurierbaren  Software  verursacht hohe Rüstkosten pro Veranstaltung beim Lehrenden. Software ist nicht dynamisch während der Veranstaltung anpassbar.
  • Exklusive Nutzung: Wenn die Klicker in einer Veranstaltung genutzt werden, können sie nicht gleichzeitig in einer anderen Veranstaltung zum Einsatz kommen

 

WEITERFÜHRENDE LITERATUR/ LINKS

Mazur, E. (1997): Peer Instruction. Upper Saddle River: Prentice Hall.

Mazur, E. (2006): Peer Instruction: Wie man es schafft, Studenten zum Nachdenken zu bringen

PINGO (Peer Instruction for very large groups)

Peer Instruction Network

Turn your neighbour - The official Peer Instruction Blog

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