Communities of Practice

DEFINITION

“Communities of Practice (CoP) sind über einen längeren Zeitraum bestehende Personengruppen, die Interesse an einem gemeinsamen Thema haben und Wissen gemeinsam aufbauen und austauschen wollen. Die Teilnahme ist freiwillig und persönlich. Communities of Practice sind um spezifische Inhalte gruppiert.“ (North et al., 2000)

 

BEST PRACTICE BEISPIELE:

  • Evonik Degussa GmbH hat eine Community of Practice von etwa 50 Managern. Es handelt sich um eher informelle Gruppen, in denen sich Fachleute zu einem bestimmten Thema treffen und austauschen. Sie können sich entweder über selbst gewählte Themen unterhalten oder sie bekommen konkrete Aufgaben aus dem Unternehmen, mit denen sie sich beschäftigen sollen. Die Community of Practice bildet damit praktisch den Wissenspool des Unternehmens zu bestimmten Themen, in dem auch neues Wissen gezielt aufgebaut wird.
  • IBM: Bei IBM werden die 200 Ingenieure und Software Programmierer der „Elektronik-Community of Practice“ von den vier CoP-Leitern ermutigt die Community of Practice als Austausch-Plattform mit Ingenieuren aus anderen Bereichen oder außerhalb des Unternehmens zu nutzen. Der Kontakt mit Experten innerhalb des Unternehmens ermöglicht den CoP-Mitgliedern innovative Lösungen für die Gestaltung von elektronischen Schaltungen für IBM zu benchmarken.

 

PROTOTYPISCHER ABLAUF

  • Gründung: In der ersten Stufe ist die Community of Practice ein loses Netzwerk von Personen, die die gleichen Probleme teilen, sich aber selten treffen.
  • Verschmelzung: In der zweiten Stufe werden die Mitglieder durch ein geeignetes Interaktionskonzept im Aufbau von Beziehungen unterstützt.
  • Reifung: In der dritten Stufe werden die Steigerung des gemeinschaftlichen Engagements sowie eine hohe Gruppendynamik beobachtet.
  • Bewirtschaftung: In dieser Stufe wird die Arbeit an der Organisation des Gemeinschaftswissens der Community of Practice systematisch fortgesetzt.
  • Verwandlung: Diese Stufe bezeichnet das Ende einer Community of Practice
  • Bewirtschaftung: In dieser Stufe wird die Arbeit an der Organisation des Gemeinschaftswissens der Community of Practice systematisch fortgesetzt.
  • Verwandlung: Das Ende einer CoP kann unterschiedliche Ursachen haben: Technologische Entwicklungen können den Wissensbereich obsolet werden lassen, strukturelle Veränderungen können den Nutzen für die Organisation zum Verschwinden bringen oder aber die Interessen der Mitglieder entwickeln sich allmählich in so verschiedene Richtungen, dass mit der Zeit weder ein gemeinsamer Wissensbereich noch ein geteilte Praxis zu identifizieren sind. Als Folge solcher Ereignisse kann sich die Attraktivität der CoP und der Zufluss an neuen Themen verringern, sie verliert allmählich Mitglieder und reduziert zunehmend ihre Aktivitäten. Eine CoP kann aber auch mit einer anderen CoP fusionieren oder als Abteilung institutionalisiert werden. Unabhängig von der Form der Verwandlung: Das Erbe der CoP lebt in den Erfahrungen der  CoP-Mitglieder  weiter  und  kann  so  die  Fähigkeit  der  Organisation  erweitern, weitere Praxisgemeinschaften aufzubauen.

 

POTENZIALE VON COMMUNITIES OF PRACTICE

  • Bereichsübergreifende und hierarchieübergreifende Zusammenführung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die sich mit einer Problemstellung beschäftigen
  • Vereinigung der sozialen und geschäftlichen Funktion
  • Ausbau von Plattformen für gemeinsames Lernen und gegenseitige Unterstützung

 

RISIKEN VON COMMUNITIES OF PRACTICE

  • Konkrete Zielsetzungen sind aufgrund des informellen Charakters der CoPs nicht immer eindeutig
  • Die Mitglieder der Communities of Practice können sich unter Druck fühlen, schnell konkrete Ergebnisse zu präsentieren

 

WEITERFÜHRENDE LITERATUR/LINKS

North, Klaus, Romhard, und Gilbert Probst. Wissensgemeinschaften – Keimzellen lebendigen Wissensmanagements. IO-Management. 7-8: 52-62.

Marco Bettoni, Christoph Clases, und Theo Wehner. 2004. Communities of Practice im Wissensmanagement: Charakteristika, Initiierung und Gestaltung. In Psychologie des Wissensmanagements: Perspektiven, Theorien und Methoden. Hrsg. Gabi Reinmann und Heinz Mandl, 319-328. Göttingen: Hogrefe.

Etienne Wenger, William Snyder. 2000. Communities of Practice. The Organizational Frontier. Harvard Business Review, January-February: 139-145.

Darren Cambridge, Soren Kaplan, Vicky Suter. 2005. Community of Practice Design Guide. A Step-by-Step guide for Designing & Cultivating Communities of Practice in Higher Education. http://net.educause.edu/ir/library/pdf/nli0531.pdf

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