Aktivierung in der Studieneingangsphase

HOCHSCHULE / JAHR

Hochschule Albstadt-Sigmaringen / 2012


ARTIKEL

300.000 Euro für neues Lehrkonzept

Albstadt/Sigmaringen - Was soll ich mit der trockenen Theorie bloß anfangen und wie bekomme ich diese vielen Formeln in meinen Kopf? Das fragt sich mancher Student im ersten Semester. Ein neues Lehrkonzept der Hochschule Albstadt-Sigmaringen soll das ändern.

Unter dem Titel „Aktivierung in der Studieneingangsphase“ werden ab Oktober verschiedene Teilprojekte in sechs technisch orientierten Bachelorstudiengängen umgesetzt. Die Hochschule erhält dafür insgesamt 300.000 Euro über das Landesförderprogramm „Willkommen in der Wissenschaft“. Ziel ist es, Studienanfänger zu unterstützen und stärker für das Studium zu motivieren. Für das übergreifende Lehrkonzept ist Dr. Clemens Möller, Professor der Fakultät Life Sciences, verantwortlich. An der Umsetzung beteiligen sich weitere Professoren aus den verschiedenen Studiengängen.

An Hochschulen für Angewandte Wissenschaften haben die Studenten ganz unterschiedliche Schulabschlüsse und Voraussetzungen. Manche haben keine Probleme mit naturwissenschaftlichen, mathematischen und technischen Grundlagen, andere tun sich schwer. Manche kennen abstrakte Probleme bereits aus dem Schulunterricht, andere sind praxisorientiertes Arbeiten gewohnt. Möller, der Erstsemester in Mathematik und Physik unterrichtet, sagt: „Wenn so eine stark gemischte Gruppe im Hörsaal sitzt, kann man in klassischen Vorlesungen kaum allen gerecht werden.“ Hinzu kommt, dass manche Studenten nicht aus eigenem Antrieb fehlende Grundlagen nacharbeiten.

Das neue Lehrkonzept zielt darauf ab, den unterschiedlichen Bedürfnissen der Studienanfänger gerecht zu werden. Im Konzeptpapier sind drei Säulen beschrieben. Studenten sollen erstens früher an praktische Studieninhalte herangeführt werden und dadurch begreifen, warum die Theorie für das Berufsleben relevant ist. Zweitens ist eine flexiblere Studiendauer vorgesehen. Bei Startschwierigkeiten kann das Studium um ein Fachsemester verlängert werden. Und drittens wird es eine individuelle Betreuung für Studenten mit großen Lücken in Grundlagenfächern geben. Bis 2015 fließen 100.000 Euro pro Jahr in das Projekt. Den größten Anteil machen Personalkosten aus. Drei wissenschaftliche Mitarbeiter sind eingeplant, einer zu 100 Prozent und zwei zu je 50 Prozent.

In den Studiengängen „Textile Produkttechnologie – Bekleidungstechnik“, „Textile Produkttechnologie – Technische Textilien“ und „Kommunikations- und Softwaretechnik“ wird beispielsweise ein interdisziplinärer Ideenwettbewerb zum Thema „Intelligente Textilien und Wearable Technologies“ eingeführt. Studenten niedriger Semester entwickeln Ideen, führen Machbarkeitsstudien durch, knüpfen Firmenkontakte und kalkulieren Kosten. Studenten höherer Semester beurteilen die Ideen und nutzen die besten für konkrete Projektarbeiten.

In den Studiengängen „Pharmatechnik“, „Lebensmittel, Ernährung, Hygiene“ und „Facility Management“ wird unter anderem ein „betreutes Selbstlernen“ in Mathematik und Physik ausgebaut. Nach einem Hochschuleingangstest erhalten Studienanfänger mit Defiziten die Empfehlung, freiwillig teilzunehmen. In Gruppen oder einzeln werden spezielle Übungsaufgaben bearbeitet. Die Teilnehmer bekommen in Einzelgesprächen regelmäßig Feedback zu ihrem Leistungsstand und Tipps, wie sie den Studienalltag besser meistern können.

Professor Möller erklärt: „Bei den allermeisten Studenten mit Startschwierigkeiten mangelt es nicht an Grips. Wir wollen sie dazu animieren, motiviert zu lernen, sich mit den Studieninhalten auseinanderzusetzen und zielführend zu studieren.“ Neben der Hochschule Albstadt-Sigmaringen profitieren 22 weitere Hochschulen vom Förderprogramm „Willkommen in der Wissenschaft“. Das Land investiert insgesamt sechs Millionen Euro.

Den entsprechenden Artikel finden Sie unter folgendem Link:
http://www.hs-albsig.de/aktuelles/Seiten/300000EurofuerneuesLehrkonzept.aspx

November 2017
MoDiMiDoFrSaSo
44303112345
456789101112
4613141516171819
4720212223242526
4827282930123